In Geiselhaft – Teil 2

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In Geiselhaft – Teil 2Was sie nicht wissen konnte: ein enger Vertrauter der Königs hatte am Nachmittag bei ihren Eltern vorgesprochen und sie um einige Gefallen gebeten. Um den Wünschen des Königs Nachdruck zu verleihen, berichtete er davon, dass seine Tochter Isabelle in Geiselhaft genommen worden wäre. Es ginge ihr fast so gut wie zuhause, aber man müsse eben einige Zeit auf ihre Anwesenheit verzichten.Isabelles Eltern hatten bereits befürchtet, dass eines Tages etwas in der Art geschehen könnte und immer versucht, sie in der Nähe des Schlosses zu halten. Das gelang natürlich in den letzten Jahren nicht mehr so gut – immerhin war das Mädchen längst erwachsen und würde auch nur dann einen passenden Ehemann finden, wenn sie sich frei in der Welt bewegen konnte. Nachdem der Vertraute des Königs abgereist war, versuchten sich Isabelles Eltern damit zu beruhigen, dass es nicht im Interesse des Königs lag, die Gesundheit seiner Geisel zu gefährden. Beizeiten würde man einen Besuch machen, Geschenke übergeben und dann vielleicht schon mit Isabelle gemeinsam nach Hause reisen können.Als die ersten Sonnenstrahlen ins Zimmer fielen, wachte Isabelle auf. Im ersten Moment war sie irritiert davon, dass sie sich nicht bewegen konnte, aber dann fielen ihr die Ereignisse des Vortags wieder ein. Sie hoffte, dass man sie nun gleich losmachen würde und der Alptraum im Laufe der nächsten paar Stunden vorbei sein würde.Sie sah vorsichtig zum anderen Bett hinüber. Ihre Mitgefangene, die mit der Lederhaube über dem Kopf vom Tagesanbruch nichts mitbekommen konnte, lag ruhig dort und atmete tief. Offenbar war es auch ihr irgendwann gelungen einzuschlafen.Ihre Freundin Astrid dagegen hatte eine viel unruhigere Nacht gehabt. Irgendwann war sie hochgeschreckt, weil sich jemand an ihren Handfesseln zu schaffen machte. Sie hätte nie geglaubt, in dieser Lage schlafen zu können, aber es ging wohl doch, so erschöpft war sie.Der Raum war wieder beleuchtet worden, und um sie herum war alles in Bewegung. Bevor sie noch richtig die Augen offen hatte, wurde sie an den Handgelenken gepackt und in eine sitzende Position gehoben, und als sie begriff, was geschah, waren ihre Handfesseln schon an die Öse am Holzbalken vor ihr geknotet. Jetzt war sie hellwach. Sie sah nach links und rechts – die dicke Gefangene neben ihr lag bereits in genau der Position, in der sie selbst eben noch geschlafen hatte, und jetzt machten sich die Wärter am links von ihr sitzenden Mädchen zu schaffen. Erst lösten sie den dünnen Lederriemen, mit denen die großen Zehen des Mädchens eng zusammengebunden und am Stock fixiert waren, worauf die Kleine tief die Luft einsog. Der Lederriemen flog im hohen Bogen in eine Ecke des Raumes. Dann wurden auch ihre Handfesseln gelöst, und wie Astrid einige Stunden zuvor wurde das Mädchen in die deutlich bequemere liegende Position gebracht. Astrid wurde wütend, weil ihr klar war, dass sie in dieser vorgebeugten Haltung keinen Schlaf finden würde. Die Wärter waren schon dabei, den Raum zu verlassen und die Lichter zu löschen, drehten sich aber jetzt noch einmal um und sahen, wie Astrid verzweifelt an ihren Handfesseln zerrte. Einer der beiden, ein ungepflegter junger Mann, stürzte sich auf Astrid und packte ihr Kinn mit seiner großen, schwieligen Hand. „Wirst Du wohl Ruhe geben?“ Astrid versuchte es: „Aber so kann man doch nicht schlafen. Lasst mich doch bitte wieder hinlegen…“ Der junge Mann lachte ihr laut ins Gesicht, drehte sich zu seinem Kollegen um und meinte: „Was machen wir mit der?“ „Ja, nun, machen wir es ihr ein bisschen unbequemer. Morgen ist sie dann bestimmt folgsamer.“ „Nehmen wir den Knebel?“ „Ja, das sollte genügen. Ansonsten bringen wir sie eben nach drüben zu der anderen.“ Er hockte sich vor Astrid, die ihn mit einer Mischung aus Panik und Hass ansah: „Also. Du bekommst jetzt gleich einen dicken, stinkenden Stöpsel in Dein freches Mundwerk. Dann bist Du friedlich, hoffe ich. Wenn Dir das nicht passt und Du weiter Lärm machen willst, haben wir ein paar Sachen zu bieten, die Dir noch weniger gefallen werden. Dann wirst Du Dich nämlich in den bequemen Stock zurückwünschen! Gleich nebenan haben wir eine wie Dich, die hängt dort unter der Decke, mit einem schweren Gewicht an den Füßen. Neben ihr ist noch reichlich Platz.“ Der junge Wärter fragte: „Verstanden?“ Astrid nickte aus Augen, die sich langsam mit Tränen füllten. Dann schickte der ältere Wärter seinen Kollegen los: „Hol mal einen von den ganz dicken – die hat einen ziemlich großen Mund, und damit ist sie sicher beschäftigt für den Rest der Nacht.“ Der junge Wärter kam mit einem ganzen Knäuel schwarzbrauner Lederriemen zurück. „Mund auf, und zwar ganz, ganz weit !“ herrschte er Astrid an. Das Mädchen schüttelte erst den Kopf, besann sich dann aber und öffnete zaghaft ihren Mund.„Also, geht doch. Jetzt rein mit dem Ding!“ Ein dicker, langer Zapfen aus nicht besonders weichem Leder schob sich zwischen Astrids Zähne bis zum Gaumen. Astrid musste würgen. „Ganz ruhig, das vergeht. Gleich bist du vor allem mit Deinem Speichel beschäftigt. So, und jetzt darfst Du fest zubeißen.“ Die beiden Männer legten Riemen um Astrids Kopf, unter dem Kinn hindurch und über die Stirn und zurrten das Geschirr auf ihrem Hinterkopf fest. Astrid schüttelte sachte den Kopf, Tränen strömten über ihr Gesicht. Vergeblich sah sie die Männer mit einem Blick an, der sagen wollte: „nehmt mir bitte dieses Ding wieder ab, ich wehre mich auch ganz bestimmt nicht mehr. Ihr könnt dafür alles mit mit machen, was ihr wollt…“Der ältere Wärter packte Astrids linken Fuß und drehte ihn schmerzhaft zur Seite. „Und beim nächsten Spielchen bringen wir Dich nach drüben, die andere dort freut sich sicher über Gesellschaft.“ Die Männer sahen sich an und lachten lauthals.Dann wurde das Licht gelöscht und die sechs Frauen saßen oder lagen wieder alleine im Raum. Isabelle war spätestens in dem Moment wach, als ein Schlüssel ins Schloss gesteckt und herumgedreht wurde. Ah, endlich, dachte sie. Man würde sie jetzt hier herausholen… Aber herein kam das Paar von gestern – die ältere Frau und das Mädchen.„Aufwachen!“ rief die Frau laut. „Ah, Du bist ja schon wach. Umso besser!“„Für Euch geht die Reise heute weiter, also werden wir Euch jetzt ein bisschen darauf vorbereiten müssen“ Sie sprach sehr laut, wohl damit auch die andere Frau sie unter der dicken Lederkapuze verstehen konnte. Und tatsächlich kam auch sofort Leben in sie. Die Wärterin zog an einer Klingelschnur neben der Tür, die Isabelle gestern gar nicht aufgefallen war, und einen Moment später kamen zwei große, uniformierte Männer in den Raum. Gemeinsam lösten sie die Handfesseln der Frau vom Bettrahmen, führten sie auf dem Rücken zusammen und verbanden sie sofort wieder mit einer kurzen Kette. Anschließend lösten sie die linke Fußfessel vom Bett und drehten die Frau gemeinsam mit einer schnellen Bewegung auf den Rücken. Ein gedämpfter Schrei kam aus der Maske. Während sich einer der Männer auf das linke, freie Bein der Frau kniete,löste der andere die rechte Fußfessel. Dann zog der kniende Mann das rechte unter dem linken Bein durch und hielt beide Fußschellen fest. Sein Kollege brachte eine weitere kurze Kette, hängte ein Ende zwischen den Fußschellen ein und befestigte das andere an der unteren Bettkante. Dann halfen sie der Frau dabei, sich aufzusetzen. Der jungen Dienerin wurde per Handzeichen eine Anweisung erteilt, worauf sie sich hinter der Frau auf das Bett kniete und damit begann, die Bänder, mit denen die Lederhaube hinter dem Kopf der Frau verschnürt war, zu lockern. Als die ganze Haube nur noch locker auf dem Kopf saß, zog sie sie vorsichtig nach oben ab. Isabelle sah neugierig herüber: das Gesicht der Frau glänzte nass von Schweiß und Speichel, die rötlichen halblangen Haare waren völlig zerzaust, und sie hatte einen dicken Lederball im Mund, der von einem breiten, hinter dem Kopf verschlossenen Riemen an Ort und Stelle gehalten wurde.„So. Wir nehmen Dir jetzt gleich auch den Knebel ab. Du wirst kein Wort sagen, nicht spucken und nicht schreien. Ist das klar?“ Die Frau nickte mehrfach.Gefolgt von einem lauten „Plopp“ wurde ihr der Knebel fast aus ihrem Mund gerissen, zum Glück konnte die Frau ihre Zähne gerade noch weit genug auseinanderbringen, dass er ungehindert den Mund verlassen konnte. Die Frau schüttelte sich etwas und begann, sich vorsichtig im Raum umzusehen. Ihr Blick fiel auf Isabelle, die immer noch angekettet unter der Decke lag.Isabelle wiederum betrachtete die Frau fasziniert: sie war sicher zehn Jahre älter als sie selbst, ihr Gesicht war sehr schön, obwohl es von Rotz, Speichel und Schweiß völlig verschmiert war.Während sich beide ansahen, wurde Isabelles Bettdecke mit einem Ruck weggezogen, und auch sie wurde nun in eine sitzende Position gebracht.Einen Moment später waren alle aus dem Raum. Die beiden Frauen sahen sich an. Erst traute sich keine von beiden, die andere anzusprechen, und dann begannen sie beide fast im selben Moment zu reden. Sie hatten aber gerade genug Zeit, sich einander vorzustellen, als die Tür wieder aufging. „Frühstück!“ Beide bekamen ein reichhaltiges Mahl mit Obst, Brot und Fleisch, dass sie – nachdem man ihnen jeweils die rechte Hand losgemacht hatte, mit Heißhunger und innerhalb von Minuten in sich hineinstopften. Als das junge Mädchen wieder in den Raum kam, um aufzuräumen, waren Isabelle und Katharina schon wieder im Gespräch über das, was ihnen geschehen war und was sie wohl jetzt erwartete. Katharina war die Ehefrau eines durchreisenden Kaufmanns, der in einer nahegelegenen Großstadt bei einem Geschäft betrogen worden war. Trotzdem wurde das Ehepaar vor Gericht gezerrt und kam für die Zeit bis zur Verhandlung in das städtische Gefängnis. Von dort wurde Katharina eines Tages abgeholt, in Ketten gelegt und auf einem ähnlichen Transportweg wie Isabelle zu diesem Haus gebracht, in dem sie sich nun kennengelernt hatten. Nachdem das Frühstück abgeräumt war, betrat die Alte in Begleitung der beiden Uniformierten den Raum und kicherte: „bevor es wieder auf die Reise geht, müsst Ihr Euch noch gründlich waschen.“ Sie zeigte auf Katharina: „Du bist zuerst dran!“ Während der eine Soldat Katharinas freie rechte Hand festhielt, entfernte der andere das Schloss, mit dem ihre Fußfesseln an die Bettkante geschlossen war und befestigte das lose Ende der Kette sofort wieder in einem der Ringe an Katharinas rechter Fußschelle. Erst dann öffnete er kurz den Verschluss, mit dem die beiden Schellen eng zusammengehalten wurden, hängte die Kette ein und klickte ihn wieder zu. Dies alles passierte so schnell, dass Katharina überhaupt nicht die Zeit gehabt hätte nach dem Uniformierten zu treten, selbst wenn sie versucht hätte, den kurzen freien Moment zu nutzen. Als Katharinas Füße wieder ‚gesichert‘ waren, wie der Uniformierte zu seinem Kollegen zurief, zog der sie mit einem kurz angekündigten „Aufstehen!“ hoch. Katharina schwankte etwas und wäre mit ihren steifen Gliedern alleine niemals so schnell hochgekommen.Die beiden Männer packten Katharinas Arme und bugsierten sie aus dem Raum, das Mädchen folgte ihnen still. Einen Moment später tauchten die Soldaten wieder im Türrahmen auf und wandten sich Isabelle zu. „Du hast es ja gesehen. Nicht rühren dabei, verstanden?“Isabelle nickte, denn sie wusste, dass sie gegen diese Männer ohnehin keine Chance haben würde. Und in diesem Moment entschloss sie sich, alles Weitere einfach geschehen zu lassen, aber dabei so wachsam zu bleiben, dass sie die erste Gelegenheit zur Flucht erkennen und nutzen könnte. Sie konnte nicht ahnen, dass diese Gelegenheit erst in mehr als drei Jahren kommen würde…Keine zwei Minuten später wurde auch sie aus dem Zimmer geführt. Sie musste nicht weit gehen, denn gleich gegenüber öffnete der eine Soldat eine ähnlich schwere Holztür wie die zu „ihrem“ Zimmer. Isabelle musste drei Stufen hinuntergehen, was sie wegen der kurzen Kette zwischen den Fußgelenken einige Mühe kostete. Erst als sie die Treppe gemeistert hatte, nahm sie den Raum wirklich wahr: es handelte sich um eine Art Veranda, die nach einer Seite hin offen war und dort in einen Garten überging. Der Boden, den Isabelle jetzt betrat, war aus Steinplatten, und etwa in der Mitte gab es einen sehr großen, flachen Waschzuber, in dem Katharina mit dem Rücken zu ihr stand, die Arme hoch über dem Kopf gespreizt an eine Eisenstange gekettet. Das junge Mädchen mit den kurzgeschorenen Haaren stand neben dem Zuber und schrubbte die leise jammernde Katharina mit einer großen Bürste ab. Isabelle sah die Szene und wusste augenblicklich, was geschehen würde. „Ausziehen!“ rief die alte Frau, die hinter Isabelle hergegangen war, als sie den Schlafraum verließ.Die beiden Soldaten ließen Isabelles Arme los, und sie streifte das Leinenkleid etwas ungelenk über ihren Kopf ab. Währenddessen nahm ihr einer der Männer die Fußschellen ab. Im selben Moment, als sie die Hand des Mannes an ihrem Schenkel spürte, wurde sie sich ihrer Erniedrigung bewusst, diesen fremden Menschen nackt und in Ketten ausgeliefert zu sein. Sie wurde über und über rot und stieg von sich aus in den Badezuber, nur damit es schneller vorüberging. Die Frau herrschte sie an: „Nein, nein, umdrehen, mit dem Gesicht zu uns. Und die Arme nach oben!“Der größere der Soldaten trat an den Rand des Zubers und schloss Isabelles Handfesseln an die Eisenstange. Isabelle merkte jetzt, als sie direkt neben Katharina stand, dass sie mit ihren 1,78 Metern deutlich größer war als Katharina. Während deren Arme völlig durchgestreckt waren, befand sich die Eisenstange nur wenige Zentimeter über ihrem eigenen Kopf. Mit ihrer rechten Hand berührte sie leicht Katharinas rechte Hand, die das bemerkte und leicht gegendrückte. Auch wenn sich die beiden nicht direkt ansehen konnten, wussten sie doch, dass sie in der selben Lage waren. Isabelle sah an sich herunter. Sie stand wadentief im lauwarmen Wasser, das ihr nicht besonders sauber vorkam. Sie überlegte gerade, wie viele Frauen wohl schon vor ihnen in diesem Wasser von ihrem Reisestaub befreit wurden, als das Mädchen direkt vor ihr in den Zuber stieg und damit begann, sie von Kopf bis Fuß abzuschrubben. Dabei sah sie Isabelle in die Augen und flüsterte fast unhörbar: „Du bist sehr schön!“ Isabelle verwirrte das. Noch nie zuvor hatte eine Frau das zu ihr gesagt, und es war umso unerhörter, weil das Mädchen ganz sicher nicht von ihrem Stande war. Vor allem aber mochte Isabelle ihren Körper nicht sehr. Sie fand sich sehr dünn, ihre Brüste waren zu klein und stehend, ihre Beine zu schlaksig und ihre Haut eine Spur zu hell. Und dann ihre Nase und die tief liegenden Augen… Isabelle sah zur Seite und ließ die Prozedur ohne eine Klage über sich ergehen. Sie schauderte, als das Mädchen ihre Vagina befingerte und wie es ihr schien ganz besonders gründlich wusch, allerdings ohne Einsatz des Schrubbers.Dann ging alles sehr schnell: die Alte trocknete Katharina mit einem nicht mehr ganz weißen Tuch ab, anschließend war Isabelle an der Reihe. Zum Glück nahm die Alte ein anderes, trockenes Tuch. Das Abtrocknen war noch weitaus unangenehmer als das Abschrubben, schon weil sich die Frau überhaupt keine Mühe gab, vorsichtig zu sein.Von draußen kam eine laute Männerstimme: „Los jetzt, in zehn Minuten wird abgefahren!“Die Handfesseln wurden von der Stange gelöst, und die beiden Frauen wurden aufgefordert, aus dem Zuber zu steigen. Isabelle war erleichtert, als ihr das Mädchen das Leinenkleid reichte, das sie schon seit gestern Abend trug. Sie hatte die ganze Zeit über befürchtet, dass sie nackt bleiben würde. Dass man ihr wieder Hand- und Fußschellen anlegte, überraschte sie nicht sehr. Sie erwartete auch, dass sie in der gleichen Art und Weise wie gestern reisen würde, deutlich privilegierter als ihre Mitgefangenen, schon allein aufgrund der Tatsache, dass sie nicht nackt war. Deshalb hoffte sie, dass man ihr jetzt auch ihre Stiefel zurückgeben würde, aber diese Hoffnung schwand, als sich die Eisenringe um ihre nackten Fußgelenke schlossen. Würde sie nun tatsächlich draußen, wo alle sie sehen konnten, ihre unbekleideten Füße zur Schau stellen müssen?„Und meine Stiefel….?“ „Die brauchst Du jetzt nicht mehr. Wir werden sie als Bezahlung für Deine Unterkunft annehmen.“ Isabelle wurde es flau im Magen. Sie drehte sich zu Katharina um, deren Blickkontakt sie suchen wollte, doch die stand zwei Meter von ihr entfernt mit dem Rücken zu ihr. Auch Katharina trug ein Kleid wie sie, und war bereits in Ketten.Es kam aber noch viel schlimmer. Bevor sie protestieren konnte, hielt ihr einer der beiden Uniformierten, die jetzt in die Badestube gekommen waren, die Nase zu, während der andere ihr einen riesigen Lederzapfen in den reflexartig geöffneten Mund presste. Isabelle musste würgen, der Geschmack dieses Fremdkörpers war ekelhaft. Während sie versuchte, gegen den Würgereflex anzukämpfen, wurde ihr schwarz vor Augen. Jemand hatte ihr blitzschnell offenbar eine dieser Lederkapuzen, von denen sie gestern so schockiert war, über den Kopf gezogen und begann jetzt damit, sie hinten zu verschnüren. Ihr Gesicht wurde dabei zusammengepresst, sie bekam erst keine Luft, so dass sie für einen Moment den Knebel vergaß. Allerdings hatte die Kapuze zwei große Nasenlöcher, Isabelle gewöhnte sich daher nach einer Weile an das anstrengendere Atmen unter der Haube. Sie versuchte, sich zu beruhigen, aber dann packte jemand ihren Oberarm und schob sie langsam, aber energisch in eine Richtung. An der Wärme der Steinplatten unter ihren Fußsohlen merkte Isabelle, die unter der dicken Lederschicht fast sofort ins Schwitzen kam, dass sie in Richtung Garten gingen. Dann, gleich darauf, stachen spitze Nadeln in ihre empfindlichen Sohlen. Sie schrie in ihren Knebel. Offenbar waren sie draußen angekommen, Isabelle vermutete, dass sich so feiner Schotter anfühlen würde. Viele vorsichtige Schritte später wurde sie durch eine Hand auf ihrer Schulter zum stehenbleiben aufgefordert. Sie konzentrierte sich auf die Umgebung und hörte leises Gemurmel und weitere Geräusche, die sie aber nicht zuordnen konnte, dann hoben kräftige Hände sie hoch. Isabelle vermutete richtig, dass es sich dabei um den Transportkarren von gestern handelte. Dass sie heute als letzte auf den Wagen gehoben wurde, konnte sie natürlich nicht wissen. Sie bemerkte zwar, dass rechts neben ihr niemand saß, aber nicht, dass sich dort gleich neben ihrem Arm die Bordwand befand. Als sie saß, griff sofort jemand nach ihren Füßen und zog sie nach vorne, bis ihre Sohlen auf einem schrägen Brett zu liegen kamen. Ihre Zehen standen oben über das Brett hinaus und erspürten etwas, das definitiv nicht aus Holz war. Erst Minuten später wurde ihr klar, dass sie die Zehen ihres Gegenübers berührte, und sie schauderte, wenn sie an die schmutzigen, ungepflegten Füße ihrer Mitreisenden von gestern dachte. Die Frau, deren Zehen sie berührte, hatte rissige und verhornte Fußsohlen, soviel stand fest. Isabelle konnte ihre Füße nicht zurückziehen, denn die Fesseln waren so am Brett befestigt worden, dass sie fast keine Bewegungsfreiheit hatte.Dann zog jemand, der hinter ihr stand, ihre Ellenbogen nach hinten. Isabelle schrie erschrocken in ihren Knebel. Eine kalte Eisenstange schob sich ihr langsam zwischen Arme und Rücken. Es dauerte lange, bis sich die Stange nicht mehr bewegte, und am metallischen Klirren merkte sie, dass irgendwelche Schlösser versperrt worden waren.In diesem Moment wurde ihr die eigene Lage klar: unter dieser Haube würde niemand am Rande des Weges sie mehr erkennen können, und sie waren sicher auch schon weit entfernt vom Einflussbereich ihres Vaters. Aber genauso wie mit diesen Gedanken war Isabelle mit ihren Fesseln, und vor allem mit der furchtbaren Haube und dem Knebel, beschäftigt. Der Knebel schmeckte scheußlich, und die Haube stank nach altem feuchten Leder. Sicher hatten sie vorher schon viele hässliche, ungepflegte und schwitzende Weiber auf dem Kopf gehabt. Sie bekam zwar ausreichend Luft, aber Speichel und Schweiß rannen ihr über Gesicht und Kinn. Sie fürchtete, das alles nicht lange aushalten zu können. Ganz sicher würde sie ohnmächtig werden, vielleicht sogar hier auf diesem Wagen sterben.Doch nichts passierte. Viele Stunden vergingen, jede eine Ewigkeit für Isabelle. Zum Glück war der Tag nicht besonders warm, so dass sie nicht wie gestern am ganzen Körper schwitzen musste.Irgendwann hielt der Wagen an; laute und leisere Stimmen kamen näher, offenbar war man wieder in einer Siedlung angekommen.Die Bordwand wurde geöffnet, aber von dem, was nun geschehen würde, bekam Isabelle zu ihrem Glück nicht viel mit, sonst wäre sie vor Angst über ihr weiteres Schicksal gestorben. Die Frau, die ihr gegenüber saß und deren Nachbarin wurden losgemacht und vom Wagen gehoben. Isabelles Zehen verloren den Kontakt mit ihrem Gegenüber, was sie erst nach einer Weile bemerkte, so fixiert war sie auf die Geräusche.Die beiden Frauen, die hier wie eine Ware abgeladen wurden, hatte die Dorfgemeinschaft als Mägde erworben. Beide waren unverheiratete Handwerkertöchter aus einer weit entfernten Stadt, wo sie in Schwierigkeiten geraten waren und von einem der durchreisenden Sklavenhändler eingefangen wurden. Die Mädchen waren Ende 20, eher korpulent und äußerlich nicht besonders attraktiv. Es war schwierig gewesen, einen Kunden für sie zu finden, und so waren sie fast einen Monat lang im Hof des Sklavenhändlers geblieben. Nachts wurden sie in einem Nebengebäude nebeneinander auf eine schmale Pritsche gebunden, und am Tag mussten sie in Hof und Lager des Händlers, der außerdem Geschäfte mit Wein und Holz machte, arbeiten. Nun standen die beiden fröstelnd in der Nähe des Wagens. Ihre groben Leinenkleider hatte man ihnen bereits am Morgen ausgezogen, nachdem sie aus dem Stock geholt wurden. Jetzt nahm man ihnen die wertvollen Eisenfesseln aus dem Besitz des Sklavenhändlers ab und band ihre Hände mit Seilen auf dem Rücken streng zusammen. Auch die Fußgelenke wurden gefesselt, aber das Seil hatte soviel Spiel, dass die beiden kleine Schritte machen konnten. Der Bürgermeister des Dorfes war inzwischen hinzugekommen, sah sich die Mädchen genau an und meinte: „Nun ja, die können sicher ganz gut arbeiten. Ich nehme sie, wie besprochen.“ Er gab dem Vertreter des Händlers einen kleinen Beutel mit Münzen und wies die Mädchen an, quer über den Marktplatzes zu einem hölzernen Podest zu gehen. Allerdings kamen die beiden nicht so schnell voran wie gewünscht, und der Bürgermeister fluchte ihnen hinterher. Am Podest angekommen, wurden die Mädchen von kräftigen Männerhänden auf die Plattform gezogen, wo sie mit seitlich ausgestreckten Armen an ein T-förmiges Gerüst gebunden wurden. Von dort aus mussten sie mit ansehen, wie sich der Wagen mit den übrigen Gefangenen wieder in Bewegung setzte und das Dorf verließ, eine große Staubwolke hinter sich. Als Isabelle abends schon in ihrem neuen Bett lag, standen die beiden Mädchen noch immer und schon völlig entkräftet auf dem Gerüst, um sie herum einige Bauernfamilien, die unter sich aushandelten, wer eine der Mägde gegen eine hohe Zahlung in die Gemeindekasse mit nach Hause nehmen sollte. Als der Wagen wieder unterwegs war, dachte Isabelle zum ersten Mal an diesem Tag an ihre Freundin Astrid. Ob sie wohl auch auf dem Wagen war? Und wenn ja, wäre sie genauso blind und unfähig zu sprechen wie sie selbst oder sah sie sie womöglich genau in diesem Augenblick voller Mitleid an? Und wenn sie nicht hier wäre – was könnte mit ihr geschehen sein? Isabelle hoffte, dass sie sie wenigstens an der nächsten Übernachtungsstelle zu sehen bekommen würde. Aber auch Astrid sollte Isabelle erst in über drei Jahren wiedersehen. Nicht sehr viel später hielt der Wagen abrupt an. Isabelle hatte den Eindruck, dass sie an einer burgartigen Anlage angelangt waren, denn sie hörte, natürlich gedämpft durch die Haube, wie schwere Tore mit einem schabenden Geräusch langsam geöffnet wurden. Der Wagen fuhr an und blieb nach einigen Metern erneut stehen. Viele Geräusche, die sie hörte, konnte Isabelle nicht zuordnen, jedoch das bereits vertraute Knarzen, wenn die hintere Bordwand des Wagens heruntergeklappt wurde. Dann wurde die Stange hinter ihrem Rücken herausgezogen, und sie konnte endlich die zusammengeketteten Hände wieder ausstrecken. Kurze Zeit später drückten sich spitzige Schottersteine in ihre weichen Fußsohlen. Diesmal war der Weg viel länger, und jeder ihrer kleinen Schritte eine furchtbare Qual für Isabelle. Aber irgendwann stießen ihre Zehen endlich gegen eine Türschwelle. Im Inneren des Gebäudes war es angenehm kühl, und es roch nicht schlecht. Offenbar war das hier kein bäuerliches Anwesen. Nach ein paar Metern auf dem Steinboden wurde ihr bedeutet, stehenzubleiben. „So. Hier beginnt eine Treppe. Du gehst einfach ganz langsam so weit nach oben, bis ich ‚Halt!‘ rufe“. Eine Männerstimme, die Isabelle bislang noch nie gehört hatte und die deutlich freundlicher klang als die der Sklaventreiber.Die Kette zwischen ihren Fußschellen war gerade lang genug, dass Isabelle mit Mühe eine Treppenstufe nehmen konnte. Die Steinstufen waren kalt, aber griffig genug, so dass sie nicht fürchtete, auszurutschen. Aber sie machte jede Menge Lärm beim Treppensteigen, weil ihre Ketten gegen jede Stufe schlugen.Ewigkeiten später, sie war von der Anstrengung völlig außer Atem, hörte sie ein „Halt!“ hinter sich. An den Treppenabsätzen gemessen, waren sie im dritten Stock. Dann merkte Isabelle, wie sie sanft nach rechts gedreht und leicht in diese Richtung geschoben wurde. Es ging einen kurzen Flur entlang, und sie glaubte zu hören, wie eine schwere, eisenbeschlagene Tür geöffnet wurde. Jemand schob sie sehr sachte in Richtung dieses Geräusches. Offenbar war sie nun in einem Aufenthaltsraum, denn der Mann mit der angenehmen Stimme sagte jetzt: „Gleich vor Dir steht ein Hocker. Dort nimmst Du Platz. Verstanden?“ Isabelle nickte und war froh, dass sie sich nach dem anstrengenden Treppensteigen endlich hinsetzen konnte.Sie ertastete den Hocker mit dem Fuß und versuchte sich zu setzen. Der Hocker war ungewohnt niedrig, und sie dachte schon, dass der Mann sich über sie lustig machen wollte, aber dann berührte ihr Hintern die Sitzfläche. Isabelle saß mit angewinkelten Knien, atmete ruhig und versuchte sich auf die Geräusche ihrer neuen Umgebung zu konzentrieren.Sie hörte gedämpfte Schritte, offenbar verließ der Mann das Zimmer, aber die Tür schloss sich nicht hinter ihm, jedenfalls fehlte das typische Geräusch.Während der Wagen mit den gefangenen Frauen langsam auf die Burg des Königs zurollte, ließ der König seinen Hofmeister und den Hauptmann seiner Garde zu sich kommen. „Wie Euch schon angekündigt wurde, habe ich Isabelle von Weinbergen zu mir holen lassen. Mehr müsst Ihr im Augenblick nicht wissen. Ihre Ankunft wurde jedenfalls gerade gemeldet. Bringt sie sofort zu den anderen Geiseln. Ihr müsst unbedingt darauf achten, dass sie gut und höflich behandelt wird und bei guter Gesundheit bleibt. Sie soll nicht diszipliniert werden. Wenn es gar nicht anders geht, zeigt ihr den Frauenkerker und droht ihr mit irgendwelchen Sachen. Aber keine Schläge, kein Herumschreien. Fesseln nur, wenn es nicht anders geht. Die ersten Tage vielleicht, je nachdem, wie sie sich benimmt. Wenn sie ein Wildfang ist, berichtet mir davon. Auf keinen Fall werdet ihr eigenmächtig Maßnahmen ergreifen.„Mein König. Ich habe verstanden. Aber eine Frage noch: wie sollen wir sie einkleiden? Standesgemäß?“„Nein, kleidet sie wie die übrigen Geiseln. Man soll sie erkennen, und sie soll sich nicht zu sicher fühlen. Noch einmal: Ich brauche ihren Vater für einige Angelegenheiten, die ich nächstens vorhabe. Vielleicht wird er sie besuchen dürfen. Seid nicht grausam zu ihr, aber zeigt ihr immer, dass ich alle Macht über sie besitze. In den nächsten Tagen soll sie mir vorgeführt werden, und zwar nach Protokoll. Ich werde sie rufen lassen, wenn es an der Zeit ist. Und jetzt geht!“Die beiden Männer verbeugten sich, verließen den Raum und gaben ihre Anweisungen.Isabelle hatte sich inzwischen etwas beruhigt, aber der Hocker wurde langsam unbequem. Sie begann, hin- und her zu rutschen und streckte ihre Beine aus. Ein bisschen verwundert war sie darüber, dass man sie hier so lange alleine sitzen ließ, immerhin schien ja die Tür offen zu sein und sie konnte sich relativ gut bewegen. Sie dachte daher einen Moment an Flucht, aber dann wurde ihr bewusst, dass sie ohne sehen zu können sicher nicht weit kommen würde. Sie erschrak – etwas bewegte sich im Raum. Dann eine Frauenstimme direkt vor Isabelle: „Da bist Du ja. Das ist gut. Hör mir zu: Ich werde Dir jetzt langsam die Fesseln abnehmen, ja? Du darfst Dich aber nicht wehren oder mich angreifen. Es ist noch jemand hier, der Dich sofort wieder in Eisen legt, wenn Du nicht folgst. Hast du das verstanden?“Isabelle nickte heftig. Dann spürte sie, wie sich die Haube um ihren Kopf lockerte, schließlich wurde sie nach oben weggezogen. Nach den vielen langen Stunden in absoluter Dunkelheit erschreckte sie das helle Licht so, dass sie zunächst die Augen fest zukniff.„So. jetzt der Knebel, Mund ganz weit auf!“Isabelle sperrte den Mund auf, soweit es nur ging. Der Knebel war zwar groß, aber nicht seine Dicke machte ihn so lästig. Als der Riemen gelöst und der ekelhafte Fremdkörper aus dem Mund war, spürte Isabelle erst, wie ihre Mundwinkel von dem Riemen und ihre Kiefern schmerzten. Ihr Gesicht war tropfnass. Sie wusste, dass sie so ähnlich wie Katharina am heutigen Morgen aussah, und ihr graute vor sich selbst.Jetzt versuchte sie, leicht blinzelnd ihre Augen an die Helligkeit des Raumes zu gewöhnen. Vor ihr hockte eine Frau, vielleicht Mitte vierzig, gut gekleidet und mit hübschem, freundlichen Gesicht.„Ja, jetzt hast Du es gleich geschafft.“Ein Mann in guter Kleidung war inzwischen hinzugekommen und nahm ihr jetzt die Hand- und Fußfesseln ab. Ja, richtig – nicht nur die Ketten, sondern auch die Eisenschellen um ihre Gelenke. Zum ersten Mal seit ihrer Gefangennahme gestern morgen war Isabelle wieder völlig frei.„Du bist ja wirklich eine ganz Schöne, da hat man uns nicht zu viel versprochen. Naja, wir müssen Dich natürlich erst noch ein bisschen saubermachen…“Isabelle klebten die blonden Locken im Gesicht, sie gab sicherlich kein schönes Bild ab. Speichel und Schweiß waren ihr bis zu den Brüsten gelaufen. Sie fühlte sich klebrig und schmutzig, hatte aber auch sofort wieder ein bisschen Hoffnung gewonnen. Sie lächelte die Frau vorsichtig an. „Wo bin ich hier“ fragte sie flüsternd, „und warum?“„Dazu gleich“ meinte die Frau. „Jetzt steht Du erst einmal auf und machst Dich sauber.“„So. Und dort liegen Deine Kleider. Die ziehst Du jetzt an.“ die Frau zeigte auf eine kleine Ablage neben dem Waschbottich, als Isabelle gerade ihre kleinen Brüste mit einem weichen Tuch abtrocknete. Zuvor durfte sie sich gründlich mit einem Schwamm und mit warmem Seifenwassser von Kopf bis Fuß waschen, noch dazu ohne Zeitdruck. Die Frau war im Raum geblieben, respektierte aber Isabelles Schamgefühl und ging zum Fenster.Auf der Ablage neben dem Bottich lagen zusammengefaltete Kleidungsstücke, die Isabelle nicht gleich als einfach „schön“ oder „häßlich“ einordnen konnte. Sie nahm zunächst die Unterwäsche an sich, eher grob gearbeitete graue Leinenstücke, die aber nicht allzu unbequem saßen, als Isabelle sie überstreifte. Außerdem lag dort ein langes Leinenkleid mit kurzen Ärmeln, so ähnlich wie das, das sie auf dem Transport tragen musste, aber ein deutlich feiner gearbeitet. Auf jeden Fall war dieses Kleid alles andere als standesgemäß für eine Fürstentochter.Trotzdem zögerte Isabelle nur kurz, das Kleid überzustreifen. Als es richtig saß, drehte sie sich um und fragte vorsichtig: „Strümpfe und Schuhe…?“Die Frau schüttelte den Kopf und meinte „gleich… nun setz Dich erst einmal“. Als Isabelle wieder auf dem Hocker saß, zog die Frau einen Stuhl heran und setzte sich Isabelle gegenüber.„Also. Du musst wissen, dass Du Dich hier in einer der königlichen Burgen befindest. Der König hat Dich als Geisel genommen, um bestimmte Sicherheiten gegenüber Deinen Eltern zu erwirken. Wie lange Du hier bleiben musst, kann ich Dir nicht sagen. Jedenfalls bin ich für Dich verantwortlich. Wenn etwas ist, kommst Du zu mir, und ich werde mich immer um Dich kümmern!“Isabelle war kreidebleich geworden. An diese Möglichkeit hätte sie am allerwenigsten gedacht. Sie fürchtete das Allerschlimmste und schluchzte laut auf.„Keine Angst, meine Kleine. Du wirst hier sehr gut behandelt werden, fast wie bei Dir zu Hause. Aber es gibt dafür auch ein paar Regeln. Und wenn Du Dich daran hältst, ist alles gut. Wenn nicht, hat das Konsequenzen. Die Regeln erkläre ich Dir gleich. Doch zunächst: Du bist nicht die einzige Geisel hier. Es gibt noch drei weitere Mädchen. Ich werde sie Dir nachher vorstellen. Ihr könnt Freundinnen werden, wenn ihr wollt.“Ein junges Mädchen kam in das Zimmer und stellte ein Paar Schuhe direkt vor Isabelles Füße. Eigentlich handelte es sich nur um dünne Sohlen aus Holz, auf denen im vorderen Bereich ein pilzförmiger Knauf angebracht war. Isabelle sah die „Schuhe“ entgeistert an: „Was ist das? Nein, das ziehe ich nicht an. Gebt mir richtige Schuhe. Bitte!“Die Frau entgegnete mit ganz leichter Strenge in der Stimme: „entweder genau diese, oder Du läuft barfuß. Das wirst Du aber sicher nicht wollen.“Isabelle sah die Frau durchdringend an, dann hinunter auf ihre Füße. Langsam und zögerlich schob sie den rechten Fuß vor und klemmte den Zapfen zwischen ihren großen und den zweiten Zeh. Isabelle schämte sich furchtbar – solche lächerlichen Schuhe hatte sie noch nie vorher gesehen. Der dicke Zapfen drückte von oben und schob ihre Zehen weit auseinander. Er nervte sie vom ersten Augenblick an. „Bitte…“flüsterte sie. Aber sie wusste, dass die Alternative noch unangenehmer war, daher zog sie die linke Sandale jetzt etwas entschlossener an.„Verstehe bitte. Mit diesen Sandalen wirst Du bald lernen, langsam, vorsichtig und würdevoll zu gehen“ meinte die Frau. „Achte gut auf sie, denn wenn Du sie beschädigst, werden wir Dir keine neuen geben.“Isabelle nickte, sah zu ihren Füßen herunter und wurde erneut rot. „Nun zu den Regeln. Hör mir gut zu, es ist zu Deinem Besten. Was ich jetzt sage, gilt nicht nur für Dich, sondern für alle Geiseln an unserem Hof. Geiseln sind voll und ganz Eigentum des Königs und sie können daher kein persönliches Eigentum haben. Alles, was Du von uns bekommst, gehört auch weiterhin dem König. Behandle alles gut!Vor allem den Herrinnen, der Frau und den beiden Töchtern des Königs wirst Du niemals widersprechen. Alle ihre Befehle werden unverzüglich ausgeführt. Auch den anderen Bediensteten musst Du immer gehorchen. Wie auch die Zofen am Hof haben die Geiseln im Beisein von Mitgliedern der Königsfamilie nur nach Aufforderung zu sprechen, sonst zu schweigen. Und dabei wird der Blick stets zum Boden gesenkt. Du musst keine Angst haben, dass Du wieder in Ketten gelegt wirst. Auf Befehl des Königs werden Geiseln nicht gefesselt, um ihre Bewegungsfreiheit einzuschränken, sondern nur zur Strafe, wenn eine solche nötig wird. Strafen und auch Belohnungen können aber zu jeder Zeit, an jedem Ort und ohne Angabe von Gründen vollzogen werden. Gib also acht, dass Du keinen Anlass für Tadel bietest!Jetzt zu Deiner Kleidung: das Kleid, dass Du eben bekommen hast oder ähnliche wirst Du während Deines ganzen Aufenthaltes in der Burg tragen. Als Zeichen Deiner Unfreiheit bleiben Deine Füße stets nackt; die Sandalen sind Dir nur wegen Deines hohen Standes erlaubt worden. Wenn die Temperaturen sinken, erhältst Du einen Mantel und eine Haube. Und nur, wenn Schnee liegt und Du Aufgaben außerhalb dieses Gebäudes zu erledigen hast, wirst Du warme Stiefel erhalten.Pflege dich immer! Ein ungewaschenes Gesicht, fettige Haare, staubige Füße oder schlecht geschnittene Finger- und Zehennägel werden nicht toleriert und eine Strafe ist die Folge. Wir werden Dich unregelmäßig genau ansehen. Du wirst von einem Mädchen bedient werden, das Dir aber nicht auf Wunsch zur Verfügung steht. Sie kümmert sich von selbst um alles Nötige. Und alles, was sie sieht und hört, muss sie mir berichten.Sexuelle Handlungen an anderen Geiseln und an Dir selbst sind Dir streng verboten und führen zu einer harten Strafe.Wenn du selbst zu fliehen versuchst oder einer anderen Geisel bei einem Fluchtversuch hilfst, wirst Du ebenfalls hart bestraft.“So ging es noch eine ganze Weile weiter. Isabelle versuchte sich die wichtigsten Regeln genau einzuprägen. Irgendwann stand die Frau auf. „Du kannst jetzt eine Weile ausruhen. Später kommt das Mädchen und bringt Dich zum Abendessen mit den anderen Geiseln.“ Die Frau verriegelte die Tür hinter sich, und Isabelle war alleine. Langsam stand sie auf und hatte nun zum ersten Mal Zeit, den Raum genauer zu betrachten. Es handelte sich um ein nicht besonders großes, einfach eingerichtetes Zimmer. In einer Ecke stand ein einfaches eisernes Bett mit einer weichen Matratze und weichem Federdecken und Kissen, wie Isabelle fast glücklich bemerkte. Sie strich langsam über die Bettwäsche und hätte sich gerne sofort hingelegt. Neben ihrem Hocker und einem Tischchen mit Waschschüssel gab es noch einen kleinen, niedrigen Schrank, der allerdings verschlossen war, wie Isabelle feststellte. Und zwei hübsche, hölzerne Stühle standen mitten im Raum, auf einem davon hatte die Frau, nach deren Namen Isabelle nicht zu fragen gewagt hatte, gesessen.Der hellbraune Holzboden wirkte sehr sauber, die Wände waren strahlend weiß und wohl vor nicht allzu langer Zeit gekalkt worden. Außer der Tür, einem Fenster und einer kleinen Holzklappe gab es keine weiteren Wandöffnungen. Isabelle trat an das Fenster und blickte auf Mauern, hinter denen eine hüglige Landschaft lag. Als sie ganz nach rechts sah, erblickte sie einen kleinen Streifen Strand und dahinter endloses Wasser. Sie erinnerte sich wieder daran, dass eine der Nebenburgen des Königs etwa eine Stunde vom Meer entfernt lag. Damit wusste sie nun auch in etwa, wo sie war.Wenn sie nach unten blickte, sah sie in einen kleinen gepflasterten Hof innerhalb der Burganlage. Gegenüber ein eingeschossiges Gebäude mit kleinen Türen und Fenstern. Der Hof war menschenleer. Und aufgrund der Höhe vermutete sie richtig, dass sie im dritten Stock untergebracht war. Nachdem sie eine Weile im Zimmer auf und ab gegangen war, setzte sie sich auf die Bettkante und ließ sich auf die Seite fallen. Es dauerte keine Minute, bis sie tief und fest eingeschlafen war. Doch schon kurz darauf ging die Tür auf, und das junge Mädchen, das ihr vorhin die Sandalen vor die Füße gestellt hatte, klatschte laut in die Hände und rief „Nein, nicht schlafen. Du darfst jetzt nicht schlafen!“ Augenblicklich war Isabelle wach und setzte sich auf.„Wer bist Du?“„Ich bin Deine Bedienstete. Ich heiße Susanna.“„Guten Abend Susanna. Bitte sage mir, wie es hier ist. Bin ich in Gefahr?“„ich denizli escort darf Dir nichts sagen. Das ist nur der Vorsteherin erlaubt. Meine Aufgabe ist es, Dir alles wichtige zu zeigen und bei der Körperpflege zu helfen.“„Ja… also gut. Was soll ich denn jetzt tun?“„Ich bringe Dich jetzt zu den anderen, gleich gibt es Abendessen. Bitte steh auf und folge mir.“ Isabelle sah das Mädchen lange an: Susanna war klein gewachsen und ein bisschen mollig, sicher kaum älter als 20 Jahre. Ihr dunkelblondes Haar war zu einem langen Zopf geflochten, und ihr rundliches Gesicht war sommersprossig. Sie trug ein einfaches, knielanges Kleid in hellblau; die Beine waren nackt, und an den Füßen trug sie dunkelbraune Ledersandalen mit dünnen Riemchen.„Los, komm jetzt bitte mit…“Isabelle wollte Susanna nach ihrer Herkunft fragen, entschloss sich aber, das auf einen anderen Zeitpunkt zu verschieben. Sie stand mit einem Ruck auf und ging hinter Susanna her, die schon im Türrahmen stand.Links und rechts des Flures, durch den sie jetzt gingen, gab es schwere Holztüren mit jeweils einem klobigen Schloss daran. Drei der Türen standen einen Spalt offen, die anderen waren verschlossen. Am Ende des Ganges begann die Treppe, offenbar die gleiche, über die sie vorhin gekommen war, dachte sich Isabelle. Kurz vor der Treppe ging eine weitere Tür nach links ab, die Susanna jetzt ansteuerte.Der Raum, de sie betraten, war etwas größer als Isabelles Zimmer. In der Mitte stand ein großer Tisch mit sechs einfachen Holzstühlen. Durch zwei große Fenster fiel helles Abendlicht in den Raum. Neben dem Tisch standen drei junge Frauen und unterhielten sich. Als sie bemerkten, dass Susanna und Isabelle in den Raum kommen, verstummte das Gespräch und alle drei sahen Isabelle neugierig an. „Guten Abend!“ Isabelle grüßte sehr leise zurück, während Susanna ohne ein weiteres Wort den Raum verließ und die Tür hinter ihnen schloss.„Du wirst Isabelle von Weinbergen sein, nicht wahr?“ wandte sich eine sehr hübsche, vielleicht 35jährige Frau mit schulterlangem blonden Haar an sie. „Ich bin Diana zu Wartenfels, und das sind Magdalena von Alberti und Constanze von Treusch.“ Wie es unter adligen jungen Frauen üblich war, umarmten nun alle nacheinander die neu Hinzugekommene herzlich. „Wir bedauern sehr, dass auch Du als Geisel genommen wurdest. Ich kenne Deine Familie gut und war auch einmal an Eurem Hof, aber da war ich noch ein Kind und Du noch nicht geboren“ fuhr Diana fort. Isabelle entspannte sich etwas, weil sie offensichtlich in sehr freundliche Gesellschaft gekommen war. Die drei Frauen – wobei besonders Magdalena noch sehr mädchenhaft wirkte – trugen ähnliche Kleider wie sie selbst. Nur Magdalena war barfuß, die anderen beiden trugen die gleichen Sandalen wie Isabelle. Außerdem lagen dicke lederne Manschetten mit matt glänzenden Metallringen an den Seiten um Magdalenas Fußgelenke. Magdalena war kleiner als Isabelle, sie wirkte tatsächlich sehr jung. Später erzählte sie Juliane, dass sie wenige Wochen vor ihrer Entführung 18 Jahre alt geworden war.Die Tür ging wieder auf, und Susanna und ein weiteres Mädchen, das Susanna sehr ähnlich sah, kamen mit großen Tafeln voller Speisen in den Raum. Nachdem sie alles auf dem Tisch verteilt hatten, setzten sich die drei Geiseln einander gegenüber an den Tisch. Isabelle bleib zunächst unschlüssig stehen, aber Diana winkte sie heran: „setz Dich doch bitte hier neben mich!“Susanna war hinausgelaufen und kam mit mehreren großen Wasserkrügen zurück. Die andere Bedienstete kniete sich in der Zwischenzeit neben Magdalena, zog einen starken Lederriemen zwischen den Ringen an ihren Fußfesseln durch und band sie eng zusammen. Das andere Ende des Riemens führte sie durch eine Öse hinten an Magdalenas Stuhl und zog ihre zusammengebundenen Füße mit dem Riemen kraftvoll hoch, so dass Magdalenas Fersen von unten gegen die Sitzfläche gedrückt worden. In dieser Stellung knotete sie den Riemen hinten am Stuhl fest. Magdalena zuckte bei dieser Prozedur nur kurz zusammen und griff zum Essen, als wäre nichts geschehen. Isabelle, die sich leise mit Diana zu unterhalten begonnen hatte, bekam von der Sache nichts mit, und die anderen kannten die täglich mehrfach durchgeführte Prozedur schon lange. Während sie aßen, fragte Diana Isabelle über die Umstände aus, unter denen sie hier in die Burg gebracht worden war. Dann erzählte Diana, dass schon seit einiger Zeit bekannt war, dass demnächst eine weitere Fürstentochter bei ihnen eintreffen würde. „Seit wann seid ihr den schon hier?“„Nun, Constanze ist am längsten hier, bereits seit zwei Jahren. Ich bin vor fast einem Jahr hergekommen, und Magdalena erst vor gut zwei Monaten. Aber unter solchen Umständen wie Du wurde nur Constanze hergebracht. Ich selbst habe mich nach einer langen Beratung mit meinen Eltern und Geschwistern freiwillig dem König anvertraut, um meine Familie zu schützen. Magdalena… das kann sie aber eigentlich auch selbst erzählen.“ Magdalena schüttelte den Kopf „Nein. Nein, bitte mach Du das.“ „Gut. Unter uns vier hat Magdalena vielleicht am meisten Pech gehabt. Ihre Eltern sind vor einiger Zeit gestorben, daraufhin kam sie in die Familie ihres Onkels. Der allerdings wollte sie so schnell wie möglich wieder loswerden und bot sie daher, sobald sie volljährig war, dem König an. Magdalena protestierte natürlich, als sie davon erfuhr und begann, im Haus herumzuschreien und Gegenstände gegen die Wände zu werfen. Deshalb ließ ihr Onkel sie in einen abgelegenen Raum bringen und an Händen und Füßen fesseln. Am nächsten Morgen, gleich nach Sonnenaufgang, brachte er sie selbst und nur in Begleitung weniger Männer hier in die Burg. Der König war weniger begeistert davon, nicht so sehr, weil er Magdalena nicht beherbergen wollte, sondern weil er ihrem Onkel noch nicht befohlen hatte, sie ihm zu überstellen. Deshalb kamen beide, einschließlich der Begleiter, zunächst in den Kerker der Burg, der sich übrigens unter diesem Turm befindet. Alle wurden in Ketten gelegt und dann voneinander getrennt untergebracht. Magdalena wurde nach einigen Tagen herausgeholt und kam dann zu uns. Nicht wahr, Magdalena?“ Das Mädchen nickte. „Ja, aber ich durfte Euch nicht gleich treffen. Erst war ich noch tagelang in meinem Zimmer eingesperrt. Irgendwann haben sie mir dann die Ketten abgenommen und mich aus dem Zimmer gelassen. Seitdem werde ich wie Diana und Constanze behandelt, aber sie lassen mir weniger Freiheit. Fast jede Nacht fesseln sich mich an das Bettgestell und während der Mahlzeiten und der Handarbeit werde ich am Stuhl festgemacht. Außerdem bekomme ich keine Schuhe. Ich bitte jeden Morgen die Vorsteherin darum, aber sie sagt immer nur „Dafür ist es noch nicht an der Zeit.“Isabelle sah vorsichtig unter den Tisch, jetzt wurde ihr klar, warum sich das Mädchen vorhin neben Magdalenas Stuhl gekniet hatte.Isabelle hätte gerne das Thema gewechselt, aber Magdalena fing gerade erst an, sich in Wut zu reden. Nach einer Weile gelang es Constanze, sie zu beruhigen: „… vergiss nicht, auch wenn die Umstände nicht gut sind. Wir leben hier nicht schlecht, die Burg ist komfortabel, wir haben kaum Verpflichtungen und werden nicht misshandelt. Solange der König unsere Familien braucht, sind wir hier sicher, und es gibt keinen Grund, dass sich daran etwas ändert. Mit ein wenig Glück verheiratet uns der König mit interessanten, schönen Männern aus einem befreundeten Reich…“„Ach, Constanze…“ meinte Diana. „Das stimmt zwar alles, aber meinen Mann möchte ich mir schon selbst aussuchen.“Isabelle wurde nachdenklich und fragte: „Habt Ihr eigentlich schon einmal daran gedacht, zu flüchten?“ Constanze sah Isabelle mit einem vorwurfsvollen Blick an. „Rede bitte niemals mehr von so etwas. Sicher hört eine der Bediensteten mit. Fluchtversuche werden schwer bestraft, haben sie Dir das noch nicht erklärt?“Isabelle war es sofort unangenehm, diese Frage gestellt zu haben. „Doch, haben sie. Entschuldigt bitte!“ Magdalena war wieder ganz ruhig geworden und flüsterte „hoffentlich hat das niemand gehört…“Einige Zeit später räumten die beiden Bediensteten die Reste des reichhaltigen, aber einfachen Abendessens ab. „Haben Sie Dir schon erklärt, wie wir den Abend verbringen?“ „Nein…“ „Wirklich nicht? Seltsam. Na gut: wir können bis um 10 Uhr hier sitzen bleiben, uns unterhalten, lesen oder Handarbeiten machen. Wenn eine von uns früher schlafen gehen möchte, sagt sie einem der Mädchen Bescheid. Sie hilft dann bei der Abendtoilette und bringt einen zu Bett. Hinterher sperrt sie allerdings die Tür zu, über Nacht dürfen wir nämlich nicht hinaus. Hast Du einen Nachttopf bekommen?“ Isabelle zuckte mit den Schultern: „weiß ich nicht, gesehen habe ich keinen.“ „Also, wenn du einen hast, ist alles gut. Wenn nicht, und Du musst zur Toilette, klopfst Du kräftig an Deine Tür. Es kann ein bisschen dauern, weil die Mädchen nachts schlafen und deshalb eine der Wachen heraufkommen muss. Sei besonders höflich zu ihnen, die Wachen sind meistens schlecht gelaunt und legen Dir dann Fußfesseln an, bevor sie Dich zur Toilette führen.“ „Ja, habe ich verstanden. Und morgens?“ „…weckt Dich das Mädchen um genau sieben Uhr, hilft Dir bei Morgentoilette und Ankleiden. Dann kommst Du sofort hierher zum Frühstück. Ach ja, morgen ist Sonntag, da gehen wir vorher noch zur Messe, Frühstück gibt es danach.“ Isabelle fühlte, wie sie langsam müde wurde: „Ich glaube, ich würde jetzt gerne schlafen gehen. Die letzten beiden Tage waren ein Alptraum. Hoffentlich stimmt es, dass wir hier gut behandelt werden…“Die Frauen wünschten einander eine gute Nacht, und Isabelle ließ sich von „ihrer“ Bediensteten Susanna ins Zimmer bringen. Nachdem sie entkleidet auf dem Bett lag und die Tür verschlossen war, fiel Isabelle sofort in einen langen, tiefen Schlaf. Ein einziges Mal wurde sie wach: aus dem Nachbarzimmer drang erst ein langes Kreischen, dann leiseres Weinen an ihr Ohr. Die Öffnung in der Wand, die sich Isabelle vorhin nicht genauer angesehen hatte, war nur mit einer dünnen Holzlade verschlossen, so dass Isabelle ab jetzt alle lauteren Geräusche aus Magdalenas Zimmer hören würde. Magdalena hatte noch im Gemeinschaftszimmer über die Vorsteherin geschimpft, die ein paar Worte davon im Vorbeigehen hörte. Daraufhin wurde Magdalena von zwei der männlichen Wachen in ihr Zimmer geschleift, musste ihr Kleid ausziehen und wurde dann, auf dem Rücken liegend und mit weit gespreizten Gliedern am Bettgestell fixiert. Vorher bekam sie wieder einmal „den Gürtel“ angelegt: einen breiten, steifen Ledergurt, der eng um ihren Bauch gelegt und mit einem kleinen Schloss gesichert wurde. Von diesem Gurt hing hinten ein schmalerer Lederriemen herunter, welcher der Trägerin des Riemens durch den Schritt gezogen, vorne am Gürtel festgeschnallt und mit einem zweiten Schloss gesichert wurde. Dieser Riemen besaß zwei Löcher, in die glänzende Metallzapfen unterschiedlicher Größe und Form geschraubt werden konnten. All diese Gegenstände holte Susanna aus einem kleinen und immer verschlossenen Schrank, wie er auch in Isabelles Zimmer stand. Dabei führten sie und die Wachen aber nur die Befehle aus, die sie von der Vorsteherin erhalten hatten. Sie ganz alleine entschied über die Disziplinierung der Geiseln bis zum kleinsten Detail, wie zum Beispiel darüber, welche der furchterregenden Zapfen für die Nacht in Anus und Vagina eines Mädchens geschoben würden. Magdalena stand mit dem Gesicht zum Bett; sie biss sich auf die Lippen, weil sie wusste, was nun sicher kommen würde, Wie die Zapfen an den hinter ihr baumelnden Riemen geschraubt wurden, bemerkte sie zwar, aber sls sich gleich darauf der kalte Stahl in ihre Löcher schob, kreischte sie laut und durchdringend auf. Wenige Minuten später waren ihre Hand- und Fußgelenke mit Lederriemen an die Ecken des Bettes gebunden. Diese Position hasste sie ganz besonders und hoffte, dass die erste Hälfte der Nacht schnell vorbeigehen würde. Sie wusste, dass später jemand kommen würde, um ihre Position zu ändern. So war es bisher immer gewesen. Und wenn Sie Glück hätte, würde sie den Rest der Nacht mit freien Beinen und nur mit auf den Rücken gebundenen Händen verbringen dürfen. Am nächsten Morgen wurde Isabelle vom Knarzen der Tür wach. Das Geräusch erschreckte sie, weil ihr augenblicklich das Geschehen vom Morgen zuvor wieder einfiel. Aber die hereingekommene Susanna sah sie freundlich an und sagte: „heute durftest Du etwas länger schlafen. Die anderen kommen gleich aus der Kirche zurück, und dann gibt es Frühstück. Jetzt musst Du aber sofort aufstehen!“ Während Isabelle sich aus der Decke schälte, fragte sie, warum sie nicht auch zur Messe gehen musste. Susanna setzte sich auf die Bettkante. „Das ist so: erst einmal musst Du mit dem Priester sprechen. Er wird Dich in den nächsten Tagen zu sich holen lassen. Aber das ist nicht möglich, bevor Dich der König gesehen hat. Wenn er Dich rufen lässt, müssen wir Dich vorbereiten und in den Thronsaal hinüber begleiten… Das muss dann alles sehr, sehr schnell gehen. Vielleicht ist es schon morgen soweit…“

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